Insolvenzlage Mai 2026: Firmeninsolvenzen bleiben auf Rekordniveau

Die Insolvenzzahlen in Deutschland bleiben auch im Mai 2026 auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. Zwar zeigen einzelne Statistiken kurzfristige Schwankungen, von einer nachhaltigen Entspannung kann jedoch bislang keine Rede sein. Insolvenzverwalter, Gläubiger und Unternehmen müssen sich weiterhin auf ein anspruchsvolles Umfeld einstellen. (Statistisches Bundesamt⁠)

Höchster Stand seit mehr als 20 Jahren

Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei den Unternehmensinsolvenzen. Nach Daten des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) wurden im ersten Quartal 2026 insgesamt 4.573 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften registriert. Dies entspricht dem höchsten Stand seit dem Jahr 2005 und liegt sogar über den Werten während der Finanzkrise 2009. (iwh-halle.de⁠)

Auch im April 2026 setzte sich dieser Trend fort. Das IWH registrierte 1.776 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften und damit zehn Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig wurde der höchste Aprilwert seit mehr als zwei Jahrzehnten erreicht. (DIE ZEIT⁠)

24.064 Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2025

Bereits das Jahr 2025 hatte einen traurigen Rekord aufgestellt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 24.064 Unternehmensinsolvenzen registriert. Dies entspricht einem Anstieg von 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und markiert den höchsten Stand seit vielen Jahren. (Statistisches Bundesamt⁠)

Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die bereits 2023 und 2024 begonnen hatte. Die Insolvenzzahlen steigen seit mehreren Jahren deutlich schneller als die Zahl der Unternehmensgründungen. (ifm-bonn.org⁠)

Besonders betroffen: Bau, Gastgewerbe und Logistik

Die höchsten Insolvenzquoten weisen weiterhin das Gastgewerbe, das Baugewerbe sowie der Bereich Verkehr und Lagerei auf. Diese Branchen leiden besonders unter gestiegenen Kosten, schwacher Nachfrage, hohen Finanzierungskosten und zunehmendem Wettbewerbsdruck. (Statistisches Bundesamt⁠)

Zahlreiche Unternehmen kämpfen zudem mit verspäteten Kundenzahlungen, rückläufigen Margen und einer weiterhin angespannten Finanzierungssituation.

Gläubiger sollten frühzeitig handeln

Für Gläubiger gewinnt die frühzeitige Überwachung wirtschaftlicher Risiken zunehmend an Bedeutung. Je früher Zahlungsstörungen erkannt werden, desto größer sind regelmäßig die Chancen, Forderungen noch vor einer Insolvenz durchzusetzen oder zu sichern.

Insbesondere bei folgenden Warnsignalen ist erhöhte Vorsicht geboten:

  • wiederholte Zahlungsaufschübe,
  • Teilzahlungen ohne nachvollziehbare Begründung,
  • schlechte Erreichbarkeit von Ansprechpartnern,
  • Bitte um Änderung von Zahlungswegen,
  • Ausbleiben von Jahresabschlüssen,
  • häufige Wechsel der Geschäftsführung.

Was bedeutet das für Gläubiger?

Mit steigenden Insolvenzzahlen nimmt auch die Zahl der betroffenen Gläubiger deutlich zu. Forderungsanmeldungen, Aus- und Absonderungsrechte sowie Anfechtungsfragen gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Für viele Gläubiger stellt sich zudem die Frage, ob Forderungen wirtschaftlich sinnvoll verfolgt werden können oder ob ein Forderungsverkauf eine Alternative darstellt.

McJustice unterstützt Gläubiger digital

Mit McJustice können Gläubiger Forderungen digital anmelden, Fristen überwachen und ihre Ansprüche in Insolvenzverfahren effizient verwalten. Angesichts der weiterhin hohen Insolvenzzahlen dürfte die professionelle Forderungsdurchsetzung auch im weiteren Verlauf des Jahres 2026 eine zentrale Rolle spielen.

Fazit

Die Insolvenzlage in Deutschland bleibt auch im Mai 2026 angespannt. Zwar zeigen einzelne Monatswerte leichte Schwankungen, insgesamt bewegen sich die Unternehmensinsolvenzen jedoch weiterhin auf einem Niveau, das zuletzt vor mehr als 20 Jahren erreicht wurde. Für Gläubiger bedeutet dies: Risiken frühzeitig erkennen, Forderungen konsequent überwachen und bei ersten Warnsignalen rechtzeitig handeln. (DIE ZEIT⁠)